„Bewegung ist der Schlüssel“

09.07.2020

Partner, die sich ergänzen: KreisSportBund Unna und AWO Ruhr-Lippe-Ems vertiefen langjährige Kooperation

Kreis Unna. – Die Kleinen zeigen den Großen, wie’s geht: Kindergartenkinder haben Vorständen und Geschäftsführern gestern (Mittwoch, 8. Juli) mit einem Bewegungstanz in Kamen vorgemacht, wie Bewegung das Leben bereichern kann. Anlass war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen KreisSportBund Unna (KSB) und Arbeiterwohlfahrt Ruhr-Lippe-Ems (AWO RLE). Die neue, auf mindestens fünf Jahre ausgelegte Zusammenarbeit soll im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegen: „Der KSB wird unsere Leute noch mehr in Bewegung bringen“, ist sich AWO-Vorsitzender Hartmut Ganzke sicher und ergänzt: „Wir wollen uns weiter vernetzen. Mit dem KSB haben wir einen Partner gefunden, der Kernkompetenzen in den Bereichen Sport, Gesundheit, Bewegung und Bildung hat. Das ergänzt sich gut mit unseren Kompetenzen in den Bereichen Kitas, Offener Ganztag, Arbeit, Hilfen für Menschen mit Behinderung und Pflege.“

AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert pflichtet Hartmut Ganzke bei: „Wir sind froh, mit dem KSB zusammenzuarbeiten.“ Mit Blick auf die Kitas erläutert er: „Wir wollen die beste Bildung für Kinder von Anfang an, und da ist Bewegung ein zentraler Bestandteil für die Persönlichkeitsentwicklung; Bewegung ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Kitas und Ganztagsschulen werden entsprechend ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit sein. Aber auch ältere, langzeitarbeitslose und geflüchtete Menschen sollen durch Sportkursangebote oder die Ausbildung von Übungsleiter*innen von der Kooperation profitieren.

„Gesundheitlich sattelfest“

Daneben profitieren auch die Mitarbeitenden der AWO selbst. „Wir stärken unser betriebliches Gesundheitsmanagement“, so Rainer Goepfert. Beginnend mit einem Pilotprojekt in der zentralen Geschäftsstelle in Kamen, solle es bald in vielen Einrichtungen Angebote zur Gesundheitsförderung wie „bewegte Mittagspausen“ oder auch Sportangebote nach der Arbeit geben. Aber auch das reguläre Kursangebot des KSB können die Mitarbeitenden zu Vorzugskonditionen nutzen. „Wir brauchen gesunde und fitte Mitarbeitende“, sagt Rainer Goepfert und betont: „Gerade die Corona-Krise hat gezeigt: Wir sind systemrelevant. Wir haben dabei aber nicht Personal abgebaut, sondern im Gegenteil: Wir suchen weitere Mitarbeitende und wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein."

Klaus Stindt, Vorsitzender des Kreissportsbunds, ist sich sicher: „Das hier ist mehr als ein lockeres Netzwerk, das wird eine echte Kooperation.“ Es sei gut, die seit fast zwei Jahrzehnten bestehende Zusammenarbeit mit der AWO jetzt auszubauen. „Durch den Kita-Ausbau ist in der AWO richtig Dynamik drin, sie ist ein starker Partner.“ Beim Ausbau der Kindertageseinrichtungen zu sogenannten „Bewegungs-Kitas“ nimmt der Kreissportbund im Auftrag des Landessportbunds das jeweilige Kita-Konzept ab. Insgesamt 800 Menschen qualifiziert der KSB derzeit pro Jahr und erreicht insgesamt 4.000 Menschen mit seinen Angeboten. „Wir leisten Lobbyarbeit für den Sport“, erläutert Klaus Stindt. Dabei ist es der Wunsch des Kreises Unna, gerade jetzt das Gesundheitsmanagement auszubauen: „Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, gesundheitlich sattelfest zu sein“, bestätigt Klaus Stindt. KSB-Geschäftsführer Matthias Hartmann fügt hinzu: „Wir unterstützen die Menschen beim Älter werden in NRW: Seniorinnen und Senioren können zum Beispiel ein Rollator-Training mitmachen. Und Pflegekräfte halten wir mit Bewegungskursen und Schulungen zum richtigen Heben fit.“

Mehr „Bewegungs-Kitas“ im Kreis Unna

Ort der Vertragsunterzeichnung war die AWO-Kindertagesstätte Villa Lach und Krach in Kamen, die seinerzeit erste anerkannte Bewegungs-Kita überhaupt im Kreis Unna. Inzwischen gibt es hiervon zwei weitere bei der AWO, einige mehr auch bei anderen Trägern. Drei weitere AWO-Kitas sollen in den nächsten fünf Jahren zum Bewegungskindergarten qualifiziert werden. Kita-Leiterin Martina Hacheney berichtet: „Bewegung ist uns für unsere Kinder sehr wichtig. Darum ist bei uns Bewegung seit 2002 Teil unseres Konzepts.“ Dieses Konzept wurde so gut angenommen, dass die AWO hier schnell von drei auf sechs Gruppen erweitern konnte. „Da, wo es geht, verzichten wir zugunsten der Bewegungsfreiheit auf Tische und Stühle“, erzählt Martina Hacheney. In der großen Turnhalle gibt es freie und angeleitete Bewegungseinheiten für die Kleinen. Auch das große Außengelände ist Teil des Konzepts, auf dem die „Maxi-Kinder“ sich auch alleine austoben können.

„Viele Kinder verbringen zuhause viel Zeit mit Smartphone und Laptop. Da müssen wir schon gegen eine gehörige Portion Bewegungsarmut arbeiten“, sagt die Einrichtungsleiterin. Und nimmt die Angehörigen gleich mit in die Pflicht – die hier zum Spaß wird: „In unseren Angeboten für Eltern und Großeltern geben wir Tipps für viel Bewegung im Haushalt, das ist ein Renner.“ Spaziergänge mit den Kindern im Wald runden das Angebot der Kita, die gleichzeitig Familienzentrum ist, ab.

Daniel Frieling, Abteilungsleiter Kindertagesbetreuung der AWO Ruhr-Lippe-Ems, bestätigt die wachsende Bedeutung der Bewegungs-Kitas: „Aktuell betreiben wir sechs: drei im Kreis Unna, drei im Bereich Warendorf/Hamm. Wir schauen jetzt, wo wir weitere Kindertageseinrichtungen motivieren können, sich auf das Erfolgskonzept einzulassen.“ Das Thema Gesundes Aufwachsen sei insgesamt auf dem Vormarsch, auch mit AWO-Kitas, die in ihrem Konzept Methoden des Naturheilkundlers Sebastian Kneipp integriert haben. „53 Auszubildende starten jetzt im August in unseren Kitas“, berichtet Daniel Frieling. „Auch ihnen wollen wir vermitteln: Die AWO ist ein Erlebnis.“ Und apropos Bewegung: „Eigentlich war schon eine ‚bewegte Aktion‘ mit den neuen Azubis geplant – die hat aber Corona erst einmal verhindert“, sagt Daniel Frieling – und setzt hinzu: „Diese Überraschung wollen wir dann so bald wie möglich nachholen.“

Weitere Informationen:
www.awo-rle.de/Kita-Lach-und-Krach-Kamen
www.kreissportbund-unna.de

Foto oben: Die Hände zum Himmel für die neue Zusammenarbeit zwischen Kreissportbund Unna und AWO Ruhr-Lippe-Ems: (v. l.) AWO-Vorsitzender Hartmut Ganzke, Kita-Abteilungsleiter Daniel Frieling, KSB-Vorsitzender Klaus Stindt,KSB-Geschäftsführer Matthias Hartmann, Kita-Mitarbeiterin Christina Omansick, AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert und Kita-Leiterin Martina Hacheney mit Kindern der Bewegungs-Kita Villa Lach und Krach.

 

Bewegungstanz in der AWO-Kita Villa Lach und Krach mit kleinen Pirat*innen um Christina Omansick, stellvertretende Einrichtungsleitung.

 

Pirat*innen in Bewegung: Im Familienzentrum Villa Lach und Krach der AWO in Kamen ist Bewegung Teil des Konzepts.

 

Besiegeln die Kooperation zwischen Kreissportbund Unna und AWO Ruhr-Lippe-Ems: (v. l.) AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert, AWO-Vorsitzender Hartmut Ganzke, KSB-Geschäftsführer Matthias Hartmann und KSB-Vorsitzender Klaus Stindt.

Weitere Nachrichten

Meldung vom 01.12.2020
Der AWO Bundesverband e.V. hat die Deklaration #positivarbeiten von der Deutschen AIDS-Hilfe unterzeichnet, um ein öffentliches Zeichen für gesundheitliche Chancengleichheit auch im Arbeitsleben zu setzen. Die Deklaration orientiert sich am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und entspricht den Werten und Überzeugungen der AWO. weiterlesen
Meldung vom 25.11.2020
Menschen in Hamm-Herringen sind aktuell aufgerufen, sich an am "Winterzauber" inklusive Nikolaus-Aktion in diesem Stadtteil zu beteiligen. weiterlesen
Meldung vom 23.11.2020
Lünen. Mehr als drei Jahrzehnte hat sie für die AWO Ruhr-Lippe-Ems in Lünen gearbeitet, jetzt ist Ursula Schröder in den Ruhestand gegangen. Hartmut Ganzke, AWO-Unterbezirksvorsitzender und Rainer Goepfert, Geschäftsführer, verabschiedeten Ursula Schröder am vergangenen Freitag offiziell. weiterlesen
Meldung vom 20.11.2020
Bergkamen. Gewalt gegen Frauen wird viel zu oft kleingeredet. Es wird nicht hinterfragt, nicht hingesehen und viel zu selten zugehört. Gewalt droht Frauen oft gerade dort, wo sie sich besonders geborgen fühlen sollten: zu Hause. weiterlesen
Meldung vom 13.11.2020
Berlin. Die Bundesminister*innen Franziska Giffey, Hubertus Heil und Jens Spahn stellen heute den ersten Zwischenbericht zur Konzertierten Aktion Pflege (KAP) vor. Nach Brigitte Döcker, Vorstandsmitglied des AWO Bundesverbandes, zeigt die aktuelle Corona-Pandemie eindringlich den Handlungsbedarf in der Pflege: „Was wir in der Pflege vor allem brauchen ist Personal, Personal, Personal! weiterlesen
Meldung vom 06.11.2020
Liebe Besucher*in unserer Webseite, aufgrund einer technischen Störung sind derzeit leider nicht alle Seiten unseres Internetangebots abrufbar. Wir arbeiten bereits daran, Ihnen so schnell wie möglich alle Inhalte wieder zur Verfügung zu stellen. Ihre AWO Ruhr-Lippe-Ems weiterlesen
Meldung vom 29.10.2020
Ruhrgebiet. Auf Initiative der Weiterbildungsnetzwerke im Ruhrgebiet hat am heutigen Donnerstag, 29. Oktober, von 9 bis 15 Uhr, die "1. Digitale Weiterbildungsmesse Ruhr" stattgefunden. Fast 120 Bildungsanbieter aus der Region haben teilgenommen. weiterlesen
Meldung vom 19.10.2020
Kreis Unna. Kinderkonferenzen und ein Kinderrat, soziales Lernen im Klassenverband, ein Time-Out-Room zur Konfliktbewältigung und ein europäisches Filmprojekt. Vier Projekte – fünf Gewinner. Das ist unterm Strich die Quintessenz der Preisverleihung des Förderpreises Inklusion 2020. weiterlesen
Meldung vom 17.10.2020
Die AWO fordert zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut, am 17. Oktober die Folgen der Pandemiebekämpfung für arme Kinder und Jugendliche stärker in den Blick zu nehmen. Diese Forderung ist das Resultat einer Streitschrift, die das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) veröffentlicht hat. weiterlesen
Meldung vom 13.10.2020
1990 kam Michael Makiolla zum Kreis Unna und wurde Dezernent für Soziales, Jugend und Kultur. 2000 wurde er dann Kreisdirektor, bevor die Bürgerinnen und Bürger ihn 2004 zum Landrat wählten. Ende des Monats wird Landrat Michael Makiolla in den Ruhestand verabschiedet. weiterlesen